Chance für die Jugend
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Bundesliga-Trainer auf Talentsuche

Wenn Rolf Dietrich und Patrick Zimmerer in die Mettnauhalle kommen, wird nicht lange gefackelt. Die beiden Trainer vom SC Freiburg geben ein paar klare Anweisungen und dann geht es los. Widerworte kommen keine von den Jugendlichen im Alter zwischen elf und 15 Jahren. Schließlich wollen sie einen guten Eindruck bei den Trainern hinterlassen. Kein Wunder, denn sie gehören zu einer exklusiven Auswahl, die es mit etwas Glück und viel Training einmal bis in die Fußball-Bundesliga schaffen kann. Und das wollen schließlich alle.
Seit Mittwoch läuft das Kooperationsprojekt des FC Radolfzell und des SC Freiburg von nun ab jede Woche in der Mettnauhalle. Bei dem Talenttraining werden rund 16 Spieler der Jahrgänge 1995-99 aus der Region an Technik, Taktik und Kondition feilen. Bei den Nachwuchskickern handelt es sich bereits um eine Vorauswahl von Rolf Dietrich, der auch Trainer beim DFB-Stützpunkt in Überlingen ist. Gemeinsam mit dem U-15-Trainer des SC Freiburg, Patrick Zimmerer, will er die talentiertesten Fußballer der Region finden, um letztlich jeweils ein bis drei Spieler nach Freiburg zu holen. Der Grund, warum das Training künftig in Radolfzell stattfindet, ist vor allem in der erfolgreichen Nachwuchsarbeit des FC Radolfzell in den vergangenen Jahren begründet, so Rolf Dietrich.
Allerdings verbindet den DFB-Stützpunkttrainer auch selbst einiges mit der Stadt. Er stammt aus Radolfzell. Und nach seinem Ausscheiden beim DFB im kommenden Jahr wird er die E-Jugend des FC Radolfzell übernehmen, wie er im Gespräch mit dem SÜDKURIER verrät. Doch der heimische Club ist nicht nur „Zulieferbetrieb“, wie Dietrich betont: „Ein wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit der Weiterbildung der Trainer durch den SC Freiburg, denn so erhält der FC Radolfzell qualifizierte Trainer“, sagt er.
Ergänzt wird die Kooperation durch Testspiele und Turniere. So sollen ein Blitzturnier und ein Freundschaftsspiel der Freiburger C-Jugend gegen die B-Junioren des FC Radolfzell stattfinden. Für die Radolfzeller wird die Kooperation bestimmt von Vorteil sein. Rolf Dietrich ist sicher, dass der FC künftig noch mehr gute Spieler aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren kann. Dazu wird nicht zuletzt sein Training bei den Jüngsten in der E-Jugend beitragen, dass er ab dem kommenden Jahr anbieten wird.
Kooperation SC Freiburg Fördergruppe

Fast unter Dach und Fach scheint eine Kooperation des FC 03 Radolfzell mit dem am Wochenende in die Bundesliga aufgestiegenen SC Freiburg. Beide Vereine engagieren sich in der Jugendarbeit. Der SC Freiburg betreibt eine eigene Fußballschule, die, so Profispieler Sascha Riether vom VWL Wolfsburg, „zu den besten in Deutschland zählt“. Der FC Radolfzell hat in den letzten sechs Jahren seine Mitgliederzahlen im Jugendbereich um 58 Prozent steigern können und spielt mit seinen Mannschaften in den vorderen Plätzen der Juniorenliga Südbaden.
Dank den guten Kontakten von FC-Vorstandsmitglied Oliver Preiser in die Bundesliga ist eine Kooperation zwischen den beiden Vereinen geplant. Bisher hat der SC Freiburg eine solche Kooperation mit dem FV Ravensburg und dem Offenburger FV. Durch eine weitere Kooperation mit dem FC Radolfzell bekommen talentierte Nachwuchsfußballer die Chance, über den FC Radolfzell in die renommierte Fußballschule des SC Freiburg zu gelangen. Wie Oliver Preiser betonte, soll dies keine Konkurrenz oder Abwerbung von Spielern anderer Vereine sein, sondern eine Chance für alle Spieler der Region bieten.
Die Kooperation wird weitere Verbesserung in der Trainerausbildung bringen. Zum einen werden sie in Freiburg ihre Kenntnisse erweitern, aber auch Trainer des SC werden in Radolfzell anwesend sein. Bei den kommenden Sichtungstrainings des FC Radolfzell werden vielleicht schon Freiburger anwesend sein und entscheidend und beratend tätig sein. Eventuell sind auch Jugendspiele zwischen dem FC und dem SC möglich. Die genauen Vertragsdetails werden Ende Mai zwischen Oliver Preiser vom FC Radolfzell und Jochen Saier, dem Leiter der Fußballschule des SC Freiburg ausgehandelt.
Talentförderung mit „kleinen Schritten“
Am kommenden Mittwoch startet in der Radolfzeller Mettnauhalle ein Projekt, das talentierte Nachwuchsfußballer der Bodenseeregion näher an den Bundesligafußball, ganz konkret näher an den Bundesligisten SC Freiburg, führen soll. Von Mittwoch an läuft das Kooperationsprojekt des FC Radolfzell und des SC Freiburg. Jeweils ab 17.30 Uhr werden sich etwa 15 Spieler der Jahrgänge 1995 bis 99 aus der Region einfinden, um mit dem Trainer Rolf Dietrich, der auch Trainer beim DFB-Stützpunkt in Überlingen ist, an Technik, Taktik und Kondition zu feilen. Und dazu wird auch ganz gezielt in der Halle gespielt, denn das Ausbildungsziel geht hier hin zu schnellem, technisch versiertem Spiel.
Gemeinsam mit dem U-15-Trainer des SC Freiburg Patrick Zimmerer hat Dietrich den Kader zusammengestellt, den man in drei Gruppen einteilen kann. Zum einen die Spieler mit Potenzial, die noch bei ihrem Heimatclub spielen, denen man aber eine vielversprechende Entwicklung zutraut und sie daher weiter fördern und im Auge behalten will. „Viele talentierte Spieler fühlen sich ja in ihren Heimatvereinen wohl“, weiß Dietrich, dass ein schneller Vereinswechsel nicht gleich zwingend nötig ist.
Dann wären da die Perspektivspieler des FC Radolfzell, der nicht ohne Grund vom Bundesligisten, der für seine nachhaltige Jugendarbeit bekannt ist, ausgewählt wurden. Die Radolfzeller haben in den letzten Jahren in der Jugendarbeit einen beeindruckenden Aufwärtstrend gezeigt und die Jugendmannschaften spielen entsprechend hochklassig.
Die größten Talente, die sich den Schritt zum SC Freiburg schon zugetraut haben, aber noch den Heimatbezug wahren wollen, werden im Kooperations- sowie im Radolfzeller Vereinstraining, hier jedoch stets bei höheren Jahrgängen, mittrainieren, am Freitag dann in Freiburg zum SC-Team stoßen und den Spieltag absolvieren. Ein neuer Ansatz, der es ermöglichen soll, ohne die krasse Zäsur mit einem Unzug ins Freiburger Fußballinternat beim Nachwuchs des Bundesligisten Fuß zu fassen. Denn bei allen vorzeigbaren Erfolgen hat dieser frühe Weg über das Internat auch seine Kehrseite, denn die „Profis von morgen“ werden zum Teil aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Im Normalfall sollte der Weg spätestens mit Einstieg in die B-Jugend komplett nach Freiburg führen. Ein Konzept der kleinen, überschaubaren Schritte.
Da die Spieler im Kooperationsprojekt auch noch in der Förderung des Verbandes stehen, somit montags das Stützpunkttraining absolvieren, können sich die Talente auch abseits der großen Clubs gut entwickeln. Der FC Radolfzell ist nicht nur „Zulieferbetrieb“, wie Dietrich betont: „Ein wichtiger Aspekt war auch die Möglichkeit der Weiterbildung unserer Trainer durch den SC Freiburg, denn so erhält der FC Radolfzell qualifizierte Trainer.“ Ergänzt wird die Kooperation durch Testspiele und Turniere. So finden Ende Februar ein Blitzturnier und ein Freundschaftsspiel der Freiburger C-Jugend gegen die B-Junioren des FC Radolfzell statt. (jr)
Kooperationspartner am Bodensee
Der SC Freiburg wird ab sofort mit dem FC Radolfzell kooperieren. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der gemeinsamen Ausbildung regionaler Talente.
Auf gute Zusammenarbeit: Oliver Preiser (links), Jochen Saier (3.v.l.) und ihre Mitstreiter beim FC Radolfzell und beim SC.
„Wir sind der Überzeugung mit dem FC Radolfzell einen Partner gefunden zu haben, der zu unserem Ausbildungskonzept passt und eine sehr engagierte, nachhaltige Jugendarbeit betreibt. Durch diese Zusammenarbeit haben wir einen weiteren externen Stützpunkt, der es uns ermöglicht einen breiteren Talentepool zu fördern – dieser wird perspektivisch dem FC Radolfzell, dem SC Freiburg aber auch der gesamten Region zu Gute kommen“ sagt Jochen Saier, der Leiter der Freiburger Fußballschule.
Neben gemeinsamen Sichtungsmaßnahmen, Freundschaftsspielen und Trainerfortbildungen soll vor allem die Einführung einer Talentfördergruppe für Jugendspieler der Jahrgänge U11 bis U14 von zentraler Bedeutung sein.
„Mit dieser Kooperation werden wir unseren bisherigen erfolgreichen Weg in der Jugendarbeit weiter fortführen und freuen uns mit dem SC Freiburg einen Bundesligisten gefunden zu haben, der von unserer Jugendarbeit überzeugt ist und der mit der gleichen Philosophie arbeitet, wie der FC 03 Radolfzell. Für die Region Bodensee und Umgebung mit Ihren vielen Fußballvereinen wird dies eine große, sportliche Bereicherung sein. Wir freuen uns auf eine Gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Oli Preiser , der zweite Vorstand des FC 03 Radolfzell.
Das Konzept, bei der Nachwuchsarbeit mit Partnervereinen zusammenzuarbeiten, wird in der Freiburger Fußballschule schon länger verfolgt. Weitere Partner vereine des Sport-Club sind der Offenburger FV und der FV Ravensburg, von dem unter anderen Ömer Toprak zum SC kam.
„Die ganze Region wird profitieren“
Oliver Preiser ist stellvertretender Vorsitzender des FC Radolfzell. Er ist im Verein unter anderem zuständig für den Spielbetrieb, dank ihm kam die Kooperation mit dem SC Freiburg zustande. Im SÜDKURIER-Interview spricht Preiser über den künftigen Ablauf.
Die ersten Andeutungen zur Kooperation mit dem SC Freiburg gab es bereits im Frühjahr vergangenen Jahres. Was waren die Gründe für die Verzögerung?
Es war viel Organisatorisches zu leisten. Wir mussten die Hallenzeiten buchen, Kooperationstrainer finden und die Inhalte des Vertrages ausarbeiten.
Wie sehen diese Inhalte aus?
Der FC Radolfzell erhält Fortbildungen für die Übungsleiter in Radolfzell und auch in Freiburg. Der SC Freiburg stellt uns Informationen und Fortbildungsmaterial zur Verfügung. Es werden regelmäßige Talentsichtungen stattfinden.
Wer profitiert von dieser Kooperation?
Die ganze Bodenseeregion mit den vielen Fußballvereinen wird profitieren. Rolf Dietrich, unser Talentschulenleiter, wird etwa 12 bis 16 Talente aus der ganzen Region gezielt ansprechen und zum Training nach Radolfzell einladen.
Wie wird das Training aussehen?
Mittwochabends wird in der Kreissporthalle auf der Mettnau ein professionelles Training auf Technik und Schnelligkeit stattfinden. Mindestens einmal im Monat sind auch Trainer der Fußballschule Freiburg anwesend. Mit dieser Ausbildung profitieren auch die Vereinsmannschaften der jungen Talente. Startschuss für das Training ist der 24. Februar.
Welche Altersgruppe wird mit diesem Training angesprochen?
Vorrangig ist das Training für die Jugend der Klassen U 11 bis U 13. Aber auch ältere Nachwuchsspieler kommen in den Genuss, unter dem Namen der SC Freiburg Talentschule trainieren zu dürfen.
Wie werden die Talente ausgewählt?
Rolf Dietrich, der Stützpunktrainer des DFB (Deutscher Fußballbund, d. Red.) in Radolfzell, Patrik Zimmerer, Leiter der Kooperation zwischen FV Ravensburg und SC Freiburg, sowie Clemens Hartenbach, der Freiburger Talentscout, beobachten den Nachwuchs in der Region seit langem sehr genau. Ihnen sind die Leistungen der Talente genau bekannt.
FC 03 Radolfzell

