9 Tore und 1.701 Zuschauer im Mettnau-Stadion

Am Sonntagabend kamen zum Testspiel zwischen dem Gastgeber FC Radolfzell und dem FC St. Pauli 1.701 Zuschauer ins Mettnau-Stadion am Bodensee. Trotz drückender Hitze zeigten beide Teams eine läuferisch sehenswerte Partie, in der das Team von Holger Stanislawski neun Treffer erzielte.
Mit 9:0 gewann der Bundesligist das Gastspiel auf der Mettnau.
Die Torschützen für den FC St. Pauli:
1:0 Ludwig (11.), 2:0, 3:0 Hennings (15./33.), 4:0, 5:0 Hoilett (40./41.), 6:0 Trojan (55.), 7:0, 8:0 Schnitzler (63./75.), 9:0 Hoilett (87.)
Ein Schützenfest im Mettnau-Stadion

Was die Zuschauer sahen, war allerdings Einbahnstraßenfußball. Echte Torchancen konnte sich das einheimische Team in den gesamten 90 Minuten nicht erspielen. Dafür mussten die Radolfzeller Torhüter zeigen, was sie auf dem Kasten haben. Besonders glanzvoll in Szene setzten konnte sich Fabian Eberle, der in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam. Durch mehrere Glanzparaden brachte der Torhüter auch ein bisschen Leben in das Mettnau-Stadtion. Zuvor konnten die Besucher dem Spiel offenbar nicht allzu viel abgewinnen. Sogar die legendären Fans der St.Paulianer verhielten sich äußerst ruhig. Nur hin und wieder konnte man Schlachtenrufe der Anhänger vernehmen. Im gesamten Oval der Anlage war gerade einmal eine Fahne mit dem markanten Seeräuber-Motiv auszumachen. Spielerisch konnten die Radolfzeller der höherklassigen Mannschaft nicht das Wasser reichen...
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Kick gegen Kultclub auf der Mettnau
Viel badisches und schwäbisches Blut bei der Hanse
Kiezkicker Weltpokalsiegerbesieger oder Kultklub von der Reeperbahn: Der Verein mit den vielen Namen der FC St. Pauli macht sich derzeit fit im schweizerischen Diessenhofen. Das einwöchige Trainingslager schließt mit dem Spiel am 27. Juli 18 Uhr gegen den FC Radolfzell (FCR) auf der Mettnau ab. Die 28 Spieler werden alles geben denn das Ziel für die neue Saison heißt die „;bisherige Platzierung mindestens wieder zu erreichen“; so Teamchef Christian Bönig gegenüber dem WOCHENBLATT. Die abgelaufene Zweitligasaison beendete der Traditionsverein als Neunter. Ein Trainingslager haben die Jungs bereits hinter sich. Im niedersächsischen Lüchow dem Geburtsort Bönigs wurde hauptsächlich Kondition gebolzt in Diessenhofen wird an der Technik gefeilt. Der schillernde Klub hat sich bewusst die beschauliche Schweiz ausgesucht. Ex-Spieler Egon Flad hatte Co-Trainer André Trulsen den Platz empfohlen. „;Wir brauchen kein luxuriöses Sporthotel mit Golfplatz. Wir sind nicht im Urlaub hier“; erklärt Bönig. Flad stammt übrigens aus Bitz bei Tailfingen und ist nicht der einzige der in Hamburg schwäbelte. Spätzle statt Labskaus bevorzugte auch der einstige Publikumsliebling Achim Hollerieth aus Ostrach. Der Torwart der beim SC Pfullendorf einst als Stürmer anfing heuerte kürzlich beim FC Schaffhausen an. Schwäbisches Blut fließt auch in den Adern des Kapitäns Fabio Morena der das Kicken bei den Stuttgarter Kickers lernte und von Marvin Braun vom großen Lokalrivalen VfB. Von der Ostalb kommt Florian Lechner. Badisch sprechen Timo Reus und Florian Bruns aus der Schule des SC Freiburg. Für sie ist der Kick auf der Mettnau fast ein „;Heimspiel“;. „;Der Vorverkauf läuft super. Wir haben Anfragen vom Hochrhein bis Oberschwaben“; berichtet FCR-Vorstand Bernd Wackershauser. Er rechnet mit einem vollen Mettnau-Stadion auch weil die Kiezkicker eine riesige Fangemeinde haben. Eine Studie hat deutschlandweit 11 Millionen Sympathisanten ermittelt. Als St. Pauli 2003/2004 in der Regionalliga spielte hatte man mit über 17.000 Zuschauern einen höheren Schnitt als jeder Zweitligist. Die Fans sind übrigens für ihren Humor bekannt. Als vor fünf Jahren der Konkurs drohte trieb der Verein mehr als die nötigen 195 Millionen Euro ein zum Beispiel mit der Aktion „;Saufen für St. Pauli“;. Dabei kassierten die Kiezkneipen pro Glas Bier ein Solizuschlag von 50 Cent. Weltpokalsiegerbesieger heißt der Klub seit dem 6. Februar 2002. Damals schlug man als Tabellenletzter überraschend den damals stärksten Fußballclub der Welt den FC Bayern München. „;Vielleicht werden wir bald der Weltpokalsiegerbesiegerbesieger. Wenn nicht bei uns dann hoffentlich am Millerntor. Wir würden uns natürlich über eine Revanche in Hamburg freuen“; sagt Wackershauser. Karten für das Spiel sind erhältlich in Radolfzell bei ReWa Immobilien Seestraße 67 und in Konstanz bei ReWa Immobilien Sallmannsweilergasse 10. Und: fur ausreichend Parkplätze rund ums Mettnaustadion ist gesorgt. Die benachbarten Wiesen wurden extra gemäht.
